Die Oberbühler Gedenktafel

Zur Erinnerung an den tödlichen Bombenabwurf beim „Oberbühler“ in Gufidaun

Einen Monat vor Kriegsende, am 8. April 1945, wurde das Oberbühlerhaus in Gufidaun durch eine Bombe der US-Luftwaffe vollständig zerstört. Bei der Katastrophe fanden sieben von neun Familienmitgliedern den Tod. Zwei weitere Söhne der Familie und ein Freund, die beim Notabwurf nicht zuhause waren, starben zwei Monate später beim Hantieren mit einem Blindgänger am „Gschlosser Platz“.

Zum frommen Gedenken im Gebete

Zum frommen Gedenken im Gebete der Oberbühlerfamilie in Gufidaun

Einen Monat vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam es an dieser Stelle zu einer schrecklichen Katastrophe. Am 8. April 1945, am „Weißen Sonntag“, wurde ein amerikanischer Bomber von der deutschen Luftabwehr, der Flak, vom Stützpunkt Lajen angeschossen. Infolge dessen kam es zu einem Notabwurf, der unglücklicherweise genau das Oberbühlerhaus der Familie Leitner traf und es vollständig zerstörte. Alle neun Familienmitglieder, die gerade beim Mittagessen waren, wurden getötet: Altbäuerin Theresia (84), deren Sohn Engelbert (51), der Hoferbe Josef (60) und dessen Frau Anna (47), und fünf ihrer sieben Kinder: Anna (17), Rosa (14), Johann (12), Maria (10) und Cäcilia (5).

Nur zwei Söhne, Josef (18) und Anton (16), die zur Mittagszeit nicht daheim waren, überlebten die Katastrophe, sie verloren allerdings zwei Monate später auf ähnliche Weise ihr Leben. Beim Versuch ihr geliebtes Elternhaus wieder aufzubauen, wollten sie gemeinsam mit ihrem Freund Alois Kerschbaumer (16) aus Klausen, Schießpulver aus einem Blindgänger am „Gschlosser Platz“ herauskratzen. Die Bombe explodierte und riss die drei jungen Buben in den Tod. Nun war die gesamte Oberbühlerfamilie ausgelöscht.

An dieses tragische historische Ereignis erinnert nun eine Gedenktafel beim „Oberbühler“ in Gufidaun.

Der Museumsausschuss möchte sich an dieser Stelle vor allem beim Zeitzeugen Öhler Toni (1929-2016) aus Klausen bedanken, der uns am 5. Februar 2016 noch wichtige Informationen zu diesem Schicksalsschlag geben konnte. Toni war im Alter von 16 Jahren bei der Hitlerjugend in Villnöß stationiert. Da es zur Kriegszeit kaum noch Männer in Gufidaun gab, wurden damals zehn junge Buben, darunter auch Toni, zum Bergen der Leichen nach Gufidaun geschickt.

Die schwarze Gedenktafel mit weißer Schrift ist ca. 60 x 90 cm groß und befindet sich direkt am Ort des ehemaligen Oberbühlerhofes in Gufidaun. Eingeweiht wurde sie am Mittwoch, 19. April 2017.

 

Downloads zum Anschauen:

 

 

Bilder von der Enthüllung der Oberbühler Gedenktafel am Mittwoch, 19. April 2017:

 

Verena Lantschner Mantinger und Otto Schenk enthüllen die Oberbühler Gedenktafel, 19. April 2017
Verena Lantschner Mantinger und Otto Schenk enthüllen die Oberbühler Gedenktafel, 19. April 2017
Die Oberbühler Gedenktafel beim Oberbühlerhof in Gufidaun
Eröffnungsrede
 
Die Oberbühler-Familie auf einem historischen Foto
Klausens Bürgermeisterin Maria Gasser Fink